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Gedanken einer Nicht-Ganz-Aquarianerin

Da sitze ich nun vor dem unbeschrifteten Formula und denke darüber nach was ich denn eigentlich schreiben soll - und so langsam fällt mir auch was ein:

Vor 35 Jahren hatte mein Vater zu Hause ein Aquarium. Hauptsächlich maulbrütende Barsche und Skalare wurden dort von ihm gepflegt. Nachdem er viel zu früh verstarb, hielt sich auch das Becken nicht mehr lange in unserer Wohnung. Es war einfach zu viel Arbeit für meine Mutter, die noch studierte und zwei kleine Kinder zu versorgen hatte.

14 Jahre später bekam ich dann mein erstes eigenes Becken in meiner eigenen Wohnung. 80 cm, gebraucht gekauft mit Unterschrank und Eheim-Filter, gefüllt mit… na klar: Skalaren.

Dann kam ein neuer Partner und mit ihm neue Fische: afrikanische Buntbarsche.Katze, Zwerghamster und Schäferhund folgten und dann war plötzlich alles wieder weg. Auch der Partner :-)

Lange gab es gar keine Tiere mehr in meiner Wohnung. Erst als meine Tocher 1 Jahr alt wurde, bekam sie ihr eigenes Becken in ihr Zimmer gestellt. Man sagt ja es beruhigt die Kinder, wenn sie nachts oder früh morgens wach werden und dann noch die Fische beobachten können - und ich sage euch das funktioniert tatsächlich !

Aber ich war, wie sagt man doch so schön unfein “angefixt”. Es dauerte nicht lange und ich hatte wieder ein Becken im Wohnzimmer stehen. 80 cm, diesmal fachmännisch gefüllt, eingerichtet und besetzt von T.T. mit Cichliden aus Südamerika.

Im Laufe der Zeit kamen auch immer wieder hübsche L-Welse dazu. Zum Jahrestag, zum Muttertag, zum Valentinstag ( Hey Jungs das ist echt ne tolle Idee gewesen, ihr solltet euch das merken - auf Dauer immer nur Blumen sind doch langweilig ! ) oder zum Geburtstag und das Becken wurde mit der Zeit größer.

So richtig “pflegen” durfte ich mein Becken jedoch nicht wirklich. Schließlich lebte ich ja mit T.T. zusammen, und der ließ es sich natürlich nicht nehmen selbst Hand anzulegen.

Es dauerte nicht lange, dann bekamen wir auf den Wunsch einer einzelnen Dame ein weiteres Becken. Im Schlafzimmer beherbegte bald schon ein 60er Becken verschiedene Borara-Arten und kleine Welse.

Erst als unser Sohn zur Welt kam, mußte dieses Becken einem Wickeltisch und dem Stubenwagen weichen.

Irgendwann sind wir dann umgezogen, die Wohnfläche wurde zwar größer, aber nicht die Anzahl der Räume. Beide Kinder brauchten ein eigenes Zimmer ( inklusive eines 30er Beckens, einmal mit bunten Goldfischen und einmal mit Gambusen und kleinen Welsen ). Somit haben mein Liebster und ich das riesige Wohnzimmer mit einer Bücherwand als Sichtschutz ( und als Parkplatz für einen 5,5l Würfel mit Garnelen ) geteilt und unsere Bettstatt dahinter aufgebaut.

Leider bleibt uns kein Platz mehr für ein großes Becken. Meine Barschpärchen und die L-Wels-Sammlung sind in einem Schaubecken im Laden untergekommen ( es steht aber groß dran UNVERKÄUFLICH / PRIVAT ). Ich finde das sehr bedauerlich, aber T. meint er hätte ja schon im Laden genug zu tun. Das stimmt ja auch - vor 23.00 Uhr hat er keinen Feierabend.

Aber

… wir haben da noch so eine große, alte, stabile Truhe im Wohnzimmer stehen… da würde sich ein 2 m Becken sicherlich gut machen. Und meine Barsche und L-Wels wären wieder in meiner Nähe

… oder aber die Acarichthys heckeli könnten einziehen

… oder nur eine schöne Sammlung L-Welse

… oder … oder … oder

Bis bald

Eure Fischtante

Ein Aquarianerkind

Geboren im August 2005, genau zu Opa`s 60. Geburtstag.

Zur Taufe kamen viele Freunde und es gab viele schöne Geschenke – und irgendwie ganz viel zum Thema Fisch. Fische als Windspiel, Fische als Decke und Kissen, Fische auf dem Eßgeschirr, Fische als Bild, Fische als Teppich usw. Natürlich bekam unser Sohn auch schon bald sein erstes Aquarium in sein Zimmer gestellt. Es beherbergt Gambusen und schöne große Apfelschnecken und steht genau neben dem Wickeltisch, damit es ihn schön ablenkt vom eigentlichen Geschehen – weil… wickeln, das mag er gar nicht.

Aufgewachsen ist er mehr oder weniger bei uns im Laden, als er noch zu klein zum Laufen war, hat ihn entweder jemand getragen, oder er lag in seinem Kinderwagen. Jetzt wo er schon hervorragend laufen und natürlich auch stehen kann, tobt er den halben Tag durch den Laden. Am liebsten würde er schon morgens um 9.00 Uhr mit Papa hinuntergehen. Er genießt es jetzt im Sommer mit seinem Dreirad oder dem Laufrad durch die engen Gänge zu sausen und dabei laut zu rufen: „ Vorsicht, Fahrrad!“ Einige unserer Kunden fühlen sich dadurch vielleicht gestört, wir bitten an dieser Stelle um Verzeihung, aber die Zeit ist bald vorbei, denn er geht ab August in den Kindergarten. Dann herrscht wieder Ruhe in unserem HobbyZoo. Den anderen die sich nicht gestört fühlen, oder es sogar nett finden wenn kleine Kinder uns Gesellschaft leisten, sei gesagt es gibt ja auch im Kindergarten Ferien :-).

Sobald unser Sohn einigermaßen stehen konnte, zog er sich an den unteren Becken im Laden hoch und plantschte was das Zeug hielt. Ständig mußten wir ihn umziehen, da er bis zu den Schultern naß war und auch die Hose blieb selten trocken. Er hat daher ziemlich schnell Gummistiefel anbekommen, damit wenigstens die Füße trocken blieben.

Kaum war seine Motorik entsprechend ausgereift, fing er schnell vorbeiflitzende Fische mit der Hand ein und lachte herzhaft über seine Erfolge. Dazu muß ich sagen, dass wir ihm ein Becken zur Verfügung gestellt haben, das nicht wie die anderen mit Glasscheiben abgedeckt war und hier befanden sich auch nur harmlose und nicht zu empfindliche Tiere !

Er liebt es außerdem die Fische, genauso wie Opa und Papa, zu füttern. Nur die Dosierung hat er noch nicht so ganz raus. Daher ist in so manchem Becken oft ein zusätzlicher Wasserwechsel nötig. Bei dieser Tätigkeit hat er auch sehr schnell herausgefunden, dass man die Futtersticks gut durch die kleinen Ritzen in der Mitte der Abdeckungen schieben kann.

Junior hat keine Bange Fische anzufassen oder sogar zu streicheln, was nicht gewöhnlich für so kleine Jungs ist, denn in der Regel haben Kinder doch eine gewisse Scheu vor den vermeintlich „glitschigen“ Tieren.

Manchmal liegt er auf seinem Wickeltisch und ahmt die Mundbewegungen seiner Schnecken nach, zuerst dacht ich er bekäme schlecht Luft und versuche das durch diese Form der Atmung zu verbessern.

Oh ja… sein Aquarium – die Fische sind hier ganz schön abgehärtet. So ziemlich alles hat hier schon schwimmen gelernt: Schnuller, Ohrenstäbchen, kleine Püppchen, Autos… Ich habe ihn sogar schon dabei erwischt wie er auf dem Wickeltisch stehend in seinem Becken herumkescherte.

Na ja auch ganze Futterdosen haben wir schon aus dem Becken gefischt. Auch hier sind regelmäßige Wasserwechsel an der Tagesordnung.

Vor kurzem hat er zum ersten Mal mit dem Kescher in der Kaltwasseranlage ( unter Aufsicht natürlich ) für einen Kunden 10 Goldfische eingefangen. Ihr könnt euch den stolzen Gesichtsausdruck, den das kleine Kerlchen dabei hatte, nicht vorstellen.

Heute hat er entdeckt was passiert wenn man einen großen Schlauch nimmt und pustet oder aber einatmet. Wir haben herzlich über seinen entsetzten Blick gelacht. Aber das war natürlich nicht sehr fair – schließlich hat er doch nur das getan, was die Großen den ganzen Tag über machen.

Wir sind gespannt wie er sich weiter entwickelt. Auf jeden Fall wird er uns im Laden fehlen, wenn er bald die Kindertagesstätte beucht. Keiner mehr der tropfnass um die Kurve geflitzt kommt, keiner mehr der Fische mit Matchbox-Autos erschreckt, oder der Schildkröten fängt und anschließend spazieren gehen lässt.

Oder wird das für uns die reine Erholung sein ?

Wir sind gespannt !

Eure Fischtante

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